Der Moderator, Musiker und Komiker Wigald Boning ist bekennender Radfahrer. Auch längere Strecken gehören für ihn zum Alltag. Seit Kurzem nutzt er die Naviki App und hat daher Kontakt mit uns aufgenommen. Wir haben die Gelegenheit genutzt, ihm ein paar Fragen rund ums Radeln zu stellen.Naviki: Was war in den letzten zwölf Monaten Dein skurrilstes Erlebnis im Fahrradsattel?
Wigald: Ich bin letzten Samstag von zuhause nach Straßburg gefahren, 344 km. Die letzten paar Stunden motivierte ich mich, indem ich mir sagte: "Wenn du angekommen bist, legst du dich aufs Hotelbett und guckst genüsslich das Champions League-Finale." Als ich ankam, stellte sich heraus, dass das Schloss des vorreservierten Hotelzimmers defekt war und man die Tür nicht öffnen konnte. Da sonst alle Zimmer vergeben waren, wechselte ich nach kurzer Radtour ins letzte verfügbare Hotelzimmer der Stadt, im Hilton. Dort war der Fernseher defekt. Habe sehr laut gelacht, um kurz darauf einzuschlafen.
Naviki: Es gibt diese Geschichte, wonach Du gerne morgens um vier Uhr aufstehst, um stundenlang zu radeln. Hat sich das inzwischen normalisiert?
Wigald: Ich fahre mittlerweile nur selten vor fünf Uhr morgens los.
Naviki: Wenn hiezulande von Straßenverkehr die Rede ist, denken die meisten Menschen zuerst an Autos. Woran denkst Du?
Wigald: Erste Assoziation: Eine schmale Asphaltstraße in reizvoller Landschaft, darauf: Ein Rennrad, darauf: Ich.
Naviki: Was muss passieren, damit mehr Leute das Fahrrad als echtes Verkehrsmittel nutzen?
Wigald: Ich glaube, dass sich auch ohne besondere Maßnahmen immer mehr Menschen fürs Rad entscheiden, einfach, weil's am meisten Spaß macht.
Naviki: Wie wichtig ist dabei die Vorbildfunktion von Kanzlerin, Papst, Bohlen, Bundestrainer und Boning?
Wigald: Eine radelnde Kanzlerin ist nicht abwegig, aber offenbar wirkungslos (immerhin ist sie gerne auf Langlaufski unterwegs, ohne dass dies einen Run auslösen würde). Ein radelnder Papst wäre prima, aber diese Kühnheit traue ich B16 nicht zu. Bohlen per Rad? Nun ja. Er steht auf Ferrari etc, und das passt ja auch bestens zu ihm. Ich fahre gerne Rad, bezweifle aber, dass ich Vorbildfunktion habe. Meine Langstrecken-Passion ist denn doch eher exotisch für die Brumm-Brumm-Mehrheit.
Naviki: Wir haben Dich kürzlich beim Verwenden der Naviki App ertappt. Wie fühlt sich das an, neuerdings mit Smartphone am Lenker unterwegs zu sein?
Wigald: Ich finde die Entwicklung der GPS-Technik absolut faszinierend - ich erinnere mich an eine Klappradtour, ca. 2003, nachts, es ist windig, ich stehe mit einer riesigen Landkarte unter einer Straßenlaterne und suche genervt nach dem Weg. 2 km weiter: Wieder Laternensuche, wieder Karte im Wind entfalten etc. Gut, dass diese Zeiten vorbei sind. Naviki ist eine großartige Idee, und ich werde ihren Weg begeistert verfolgen.
Naviki: In welcher Situation würdest Du niemals aufs Fahrrad steigen?
Wigald: Schneeregen, 0 Grad: Da ertappe ich mich immer häufiger dabei, bei meinen Touren zwischen Allgäu und München statt Rad den Eilzug zu nehmen. Aber ein kleines bisschen Weicheierei sei mir als Mittvierziger gestattet. Danke sehr.
Interview: Achim Hennecke
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